Flyer: Erben und Vererben - page 2

Richtig erben und vererben
Wer vermeiden möchte, dass es im Erbfall zu
Streit innerhalb der Familie kommt, sollte rechtzei­
tig Vorsorge treffen. In einem Testament kann man
seinen letzten Willen schriftlich festhalten und be­
stimmen, wie das Vermögen und andere Wertsa­
chen an Familie und Freunde aufgeteilt werden
sollen. Man unterscheidet die folgenden drei Tes­
tamentarten:
n
Handgeschriebenes Testament (eigenhändig
handschriftlich verfasst und unterschrieben, mit
Datum, Ort und Überschrift „Mein Letzter Wil­
le“ oder „Testament“)
n
Notarielles Testament (von einem Notar ge­
schrieben und beurkundet, eigenhändig unter­
schrieben)
n
Nottestament (Spezialform der Niederschrift
nach mündlicher Erklärung in einer Notlage
kurz vor dem Tod oder auch sonstiger Verhin­
derung der eigenhändigen schriftlichen Nie­
derlegung)
Damit Ihr „Letzter Wille“ auch in Kraft treten kann,
sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Testament auffind­
bar ist: durch Hinterlegung beim Notar, Nachlass­
gericht oder einer Vertrauensperson. Liegt ein Tes­
tament vor, gelten dessen Bestimmungen und set­
zen die gesetzliche Erbfolge außer Kraft. Existie­
ren mehrere Testamente, hebt im Zweifel immer
das zeitlich nächste zum Todestag alle früheren
auf. Nur wer im Testament bedacht wurde, kann
auch erben. Eine Ausnahme bildet der sogenannte
Pflichtteil: ein Erbersatzanspruch, der von Kindern
des Verstorbenen, deren Nachkommen, den Eltern
und dem Ehepartner gefordert werden kann. Der
Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erb­
teils und muss in Geld ausgezahlt werden.
Wer erbt – die Erbenordnung
Ist kein wirksames Testament vorhanden, tritt die
gesetzliche Erbfolge ein – das Erbe wird unter den
Verwandten und dem Ehegatten verteilt. Die Er­
ben sind dabei je nach Verwandschaftsverhältnis
zum Erblasser laut Gesetz in verschiedene „Ord­
nungen“ eingeteilt:
n
Erben erster Ordnung: Abkömmlinge
n
Erben zweiter Ordnung: Eltern und deren Ab­
kömmlinge
n
Erben dritter Ordnung: Großeltern und deren
Abkömmlinge
Wichtig zu wissen: Nach der gesetzlichen Defini­
tion ist der Ehepartner mit dem Verstorbenen nicht
verwandt. Nichteheliche und eheliche Kinder, wie
auch adoptierte Kinder, sind gleichgestellt. Solan­
ge ein Verwandter einer vorhergehenden Ord­
nung vorhanden ist, schließt er alle Verwandten
nachfolgender Ordnung aus.
Ehepartner/-in
Sind Erben erster Ordnung vorhanden, erhält der
überlebende Ehepartner ein Viertel der Erbschaft
sowie die zum Haushalt gehörenden Gegenstän­
de – das sogenannte Voraus. Im Falle einer Zu­
gewinngemeinschaft (normaler Güterstand, wenn
kein Ehevertrag besteht) erhöht sich der gesetz­
liche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein
Viertel. Nichteheliche Lebenspartner haben grund­
sätzlich kein gesetzliches Erbrecht (Ausnahme:
gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nach
dem LPartnerG). Hier wird eine letztwillige Verfü­
gung umso wichtiger. Gibt es weder Erben noch
ein Testament oder wird die Erbschaft von den Erb­
berechtigten ausgeschlagen, wird der Staat ge­
setzlicher Erbe.
Unsere Empfehlung
Richtige Regelungen zu treffen ist oft nicht einfach.
Es ist daher ratsam, rechtskundige anwaltliche
oder notarielle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Gerne können wir Ihnen hier einen kundigen An­
sprechpartner vermitteln, damit sicher gestellt ist,
dass alles genau so geregelt ist, wie Sie es sich
wünschen.
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